In memoriam: Wim de Vries in Kassel

Terug naar Kassel - De ballade van de waanzin   Zurück nach Kassel - Die Ballade vom Wahnsinn

Readme

2012 fand ich im Internet Infos über die Zeit des Zweiten Weltkriegs in Kassel, speziell in den Stadtteilen, die ich seit 1958 kannte: Bettenhausen und Waldau (ehemaliger Flugplatz und Kriegs-Flugzeugindustrie). In diesem Zusammenhang stieß ich auf die leidvolle Geschichte der holländischen Zwangsarbeiter und - "begegnete" Wim de Vries. Er hat die Zeit der Zwangsarbeit und spätere Besuche in Kassel zu einer Reihe von Gedichten geformt, die mich unmittelbar angerührt und veranlasst haben, als Lyriker und Übersetzer "übersetzerisch" seinen Texten näherzukommen und ihm hier eine kleine posthume Bühne zu bauen. An dieser Stelle möchte ich mich bei Herrn Professor Dr. Dietfrid Krause-Vilmar (Uni Kassel, Regionalgeschichtliche Studien und Forschungen) für die freundliche Ermutigung und Unterstützung nicht zuletzt in Fragen der Übersetzung und des Urheberrechts bedanken. Im Übrigen wünsche ich Wim de Vries eine große Leserschaft.

Editorische Notiz: Übersetzungsziel war ein höchstmöglicher Grad an formaler, phonologischer und semantischer Äquivalenz zwischen Original und Translat weshalb z.B. die Interpunktion wesentlich vom ersteren übernommen wurde. Die dennoch, trotz oder sogar wegen westgermanischer Sprachverwandschaft verbleibenden historisch-kulturellen Distanzen sollten dabei nicht "wegübersetzt" werden, sondern nach Möglichkeit erkennbar bleiben. Sie sind Bestandteil dichterischer Wahrheit und Authentizität, können vom Werk nicht abstrahiert werden, ohne es zu verfälschen. Und sofern ihr Verständnis ein Surplus an Mühe erfordert, nicht nur im Sinne von Hineindenken und / oder -fühlen, aber durchaus mittels literaturanalytischer "Eigenarbeit", vertieft es im selben Maß das Verstehen des Originals und seines Autors. Das Translat steht also nicht für sich, es bildet eine Art Brücke oder Vehikel zum Original. Diesen Ansätzen folgend ist die parallele Darstellung von Original und Translat Bedingung der Rezeption.

Wilfried Krien